CR2, DNG, NEF: Ein Leitfaden zu RAW-Formaten für Fotografen
RAW-Dateien sind der Standard in der professionellen Fotografie — aber hinter dem Begriff verbirgt sich keine einheitliche Technik. Canon speichert anders als Nikon, Leica setzt auf DNG, und Sony hat sein eigenes Format. Wer zwischen verschiedenen Systemen arbeitet oder Dateien weitergeben muss, stößt schnell auf Kompatibilitätsprobleme.
Die wichtigsten RAW-Formate im Überblick
CR2 und CR3 (Canon) CR2 ist Canons bewährtes RAW-Format und findet sich auf DSLRs wie der EOS 5D-Serie, der EOS 80D und vielen Einsteigerkameras der Rebel-Reihe. Mit der EOS M50 führte Canon das neue CR3-Format ein, das in modernen spiegellosen Kameras verwendet wird. Beide Formate werden von Lightroom und Capture One unterstützt.
DNG (Digital Negative) DNG ist Adobes offenes RAW-Format und der bevorzugte Standard für Archivierung. Leica — bekannt für die M-Serie und die Q-Kameras — liefert DNG nativ aus der Kamera. Das macht Leica-Dateien besonders langlebig: DNG ist dokumentiert, offen und nicht an einen Hersteller gebunden. Auch Hasselblad und Pentax setzen auf DNG.
NEF (Nikon) Nikons RAW-Format wird in allen aktuellen DSLR- und Z-Systemkameras verwendet. NEF-Dateien sind gut in gängiger Software integriert und bieten verschiedene Komprimierungsoptionen.
ARW (Sony) Sonys Alpha-Kameras speichern im ARW-Format. Wer mit einer Sony A7- oder A9-Serie arbeitet, kennt die großen, detailreichen Dateien — und gelegentlich die langen Ladezeiten in der Software.
Wann sollte man RAW nach JPG konvertieren?
Für die Bildbearbeitung bleibt das RAW-Format unersetzlich. Doch es gibt klare Situationen, in denen eine Konvertierung nach JPG sinnvoll ist:
- Weitergabe an Kunden oder Redaktionen: Die meisten Auftraggeber erwarten JPG. Ein CR2 oder NEF ohne geeignete Software ist für viele unlesbar.
- Online-Veröffentlichung: Plattformen wie Instagram, Behance oder WordPress verarbeiten kein RAW.
- Langzeitarchivierung ohne proprietäre Abhängigkeit: Wer seine Bilder auf Jahrzehnte archivieren will, konvertiert entweder zu DNG oder JPG.
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DNG als Archivformat
Für ernsthafte Archivierung empfiehlt sich DNG. Das Format ist offen spezifiziert, und Adobe hat sich zur langfristigen Unterstützung verpflichtet. Wer heute CR2- oder NEF-Dateien in DNG umwandelt, ist unabhängig davon, ob Canon oder Nikon ihren Support irgendwann einstellen.
Für den aktiven Workflow: RAW-Original behalten, bearbeiten, dann als JPG exportieren. Für die Ablage: DNG ist die sicherere Wahl.
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